Inside Scanlation: Teil 1- RAWs

Inside Scanlation RAW Scan 
Ab heute wird auf diesem Blog die neue Serie "Inside Scanlation" laufen, in der wir euch zeigen, wie ein Manga bei uns den Weg zu euch findet. Dabei werden wir alle Schritte einzeln durchleuchten und erklären, damit ihr sehen könnt, was nötig ist, um Manga zu übersetzen.

Die einzelnen Themen werden sein:

  • RAWs (Rohdaten, Scans)
  • Clean (Bearbeitung der RAWs)
  • Redraw (Nachzeichnen)
  • Übersetzung
  • Typeset (Schriftsetzung)
  • Quality Check (Fehlerlesen)


In diesem ersten Teil werden wir uns mit dem ersten Thema „RAWs“ befassen.

Teil 1 – RAWs (kaufen, einscannen, zuschneiden)

Bei dem Beschaffen der RAWs werden im deutschen Raum größtenteils Scans von englischen oder anderssprachigen Gruppen benutzt. Seit einiger Zeit benutzen wir von Manga-Tube - und auch andere Gruppen - aber häufig eigene, selbst eingescannte RAWs. Diese haben den Vorteil, dass die Scans schöner und meist detaillierter sind. (Es gibt natürlich Ausnahmen wie MangaStream oder andere Gruppen, doch wissen viele einfach nicht, wie Scans am besten bearbeitet werden) Aber darüber reden wir im nächsten Teil!.


hier zu sehen "Full Metal Alchemist: The Prototype" - Links englische Scans - rechts unsere Scans

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Als ersten Schritt müssen wir also einen Mangaband aus Japan kaufen bzw. importieren. Meist geschieht das bei uns über Amazon Japan oder Yahoo Auctions. Das Geld nehmen wir von den Werbeeinnahmen, die wir über Manga-Tube generieren, sowie über das Amazon-Partner-Programm bekommen. Sobald die Manga gekauft, verzollt und importiert wurden, landen sie dann bei unseren Scannern auf dem Schreibtisch. Dann wird zuallererst jede einzelne Mangaseite durchnummeriert, damit man später nicht den Überblick verliert und man sofort merkt, wenn eine Seite nicht gescannt wurde. Da der Band vom japanischen Verlag geleimt wurde, müssen wir nun mit einem Heißluftfön (oder normalen Haarfön) den Buchrücken so erwärmen, dass der Kleber wieder flüssig wird. Eine Mikrowelle kann auch genutzt werden, jedoch ist dabei Vorsicht geboten, da es leicht zu Verbrennungen der Mangaseiten kommen kann. Dann werden die einzelnen Seiten vorsichtig aus dem Buch getrennt.


hier zu sehen "Karakai jouzo no Takagi-san" - entleimt und nummeriert

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Als Nächstes werden die Seiten mit hoher Auflösung eingescannt. Bei uns scannen wir mit 600dpi (dots per inch, Punkte pro Zoll). Beim einscannen der einzelnen Seiten legen wir immer ein dünnes Stück Pappe hinter die Seiten, damit der Druck der Rückseite nicht durchscheint. Wenn die fertigen Seiten nun eingescannt sind, müssen sie noch gerade gedreht und zugeschnitten werden. Wie auf dem folgenden mittleren Bild zu sehen, werden die Seiten nicht immer gerade von den Verlagen gedruckt. Dies sind manchmal nur ein paar Millimeter Unterschied, können aber auch oft schon 1-2 Zentimeter sein.


hier zu sehen "Karakuri" - eingescannt - noch nicht gedreht - fertig gedreht

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Die nun entstandenen RAWs werden nun an den nächsten Schritt übergeben, an den Cleaner. Hier geht es in Teil 2 weiter…

Natürlich kann ab jetzt der Übersetzer auch mitarbeiten, da er den japanischen Text nun besitzt. Wird aus einer anderen Sprache (englisch, französisch) übersetzt, kann er auch früher anfangen.

Der nächste Teil (Clean) kommt, sobald ich wieder Zeit habe und unsere Cleaner mir mit ihrem Fachwissen helfen können. Es sollte jedoch noch diesen Monat kommen.

Für Fragen könnt ihr gerne die Kommentarfunktion nutzen! Ich werde versuche sie so schnell und so genau wie möglich zu beantworten!


von Scelus am 21.10.2017 15:00
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